Chronik Feuerwehr Biebergemünd Wirtheim

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Wirtheim 

Diese Aufzeichnungen unserer Geschichte wurden zum überwiegenden Teil   aus Aufzeichnungen von unserem ehemaligen 1. Vorsitzenden des Fördervereins Herrn Karl Appel übernommen, und von Zugführer  Christof Fink ergänzt .

 

Die Chronik der Wirtheimer Feuerwehr muß man nach ihrem geschichtlichen Ablauf in vier Abschnitte aufteilen :

 

Der erste Abschnitt geht zurück in die Zeit vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr und reicht bis in die Jahre 1859/60. Der zweite Abschnitt reicht bis zur Beendigung des 2. Weltkrieges. Daran schließt sich der Wiederaufbau der Wehr an und setzt sich so fort über die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr bis zum Ende des 2. Weltkrieges. Hier begann im Jahre 1945 der 3. Abschnitt mit einer weiteren Aufbauphase innerhalb der Wehr, aber auch des Vereins. Der 4 Abschnitt ist die Zusammenlegung mit der Freiw. Feuerwehr Kassel ab dem Jahre 2007 bzw.2016.

Die Einsätze der Wehr waren verschiedenartig: Flur, Wald, Wasser und die Straßen waren und sind auch heute noch die Bereiche der Wirtheimer Wehr.  Insbesondere galt es aber Wohngebäude, Stallungen und andere Baulichkeiten der Bürger zu schützen. ln der heutigen  modernen Zeit überwiegen die Einsätze der technischen Hilfeleistung aller Art. Für uns, die wir in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg die Verantwortung in der Wehr übernommen haben, war es schwer, Aufzeichnungen über das Wirken der Feuerwehr in Wirtheim aufzuspüren. Was im früheren  Spritzenhaus (altes Rathaus) vorhanden war ist nicht mehr auffindbar. Wir versuchten , gemeinsam mit noch lebenden Gründern, einige Daten aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg festzuhalten . Dies ist uns auch durch die Unterstützung  mit vielen unserer Kameraden gelungen.

Die Zeit vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr

Unserem früheren Ortsgerichtsvorsteher, Herrn Robert Salmon, haben wir es zu verdanken, daß wir bis in die Jahre 1859/60 die Existenz der Feuerwehr in Wirtheim nachweisen können. ln der damaligen Zeit gehörte Wirtheim noch zu Bayern mit dem gesamten Amtsgerichtsbezirk Bad Orb. Ersichtlich ist aus den vorliegenden Unterlagen , daß der Ortsvorsteher (Bürgermeister) jedes Jahr eine lückenlose Aufstellung „Betreff  Inventar über das rentierende und nicht rentierende Vermögen_ der Gemeinde „, zusammengefaßt in einer dunkelblauen Mappe mit schwarzer Schrift, an das Königliche Amtsgericht Bad Orb einreichen mußte. Unter „B“ nicht rentierendes Vermögen an Mobilien 1. Feuerschutz Requisiten“ sind die Zahl der vorhandenen Feuerspritzen (eine), Feuereimer, Feuerleiter, Feuerhacken und vorhandene alte Schläuche zur Spritze aufgelistet. Zustand der Requisiten und der damalige finanzielle Wert sind ebenfalls aufgeführt . Die Vermutung liegt nahe, daß schon vor dieser Zeit- also vor 1859- eine Feuerwehr in Wirtheim (Pflichtfeuerwehr) existierte. Die Auflistungen in dieser Akte stammen von dem damaligen Ortsvorsteher  Bürgermeister) Günther.

Sehr wertvoll für uns ist der im Jahre 1891 abgeschlossene „Lieferungs- und Kaufcontract“ zwischen der Gemeinde, vertreten durch den damaligen Ortsvorsteher Koch (Lateiner) und der Herstellungsfirma Carl Schäfer aus Eschwege über die Lieferung einer Saug- und Druckspritze. Dieser Kaufvertrag ist bestätigt worden durch das Königliche Salz-Steuer-Amt I in Bad Orb und ist mit einer Steuermarke versehen. Damals gehörte Wirtheim schon wieder zu den Preußen! Diese Spritze ist heute noch in einem guten Zustand. Überlassen wurden uns ebenfalls die „Statuten der Pflicht-Feuerwehr Wirtheim“, aufgestellt von dem damaligen Bürgermeister Koch, 1906.

 

Unter § II , Abs. 2, heißt es:

 Die Feuerwehr besteht aus :                      das Kommando besteht aus :

 a) Dem Kommando                                         dem Hauptmann , dessen Stellvertreter                           

b) Dem Steigerzug                                          dem Führer und dessen Stellvertreter

c) Dem Spritzenzug

 Also war damals der Hauptmann das, was heute der Wehrführer   ist.

 Sehr wichtig ist es für uns daraus zu erfahren, daß es damals keine Freiwillige-, sondern eine Pflichtfeuerwehr  gab. „Zur Feuerwehr sind verpflichtet Jeder, der das 20. Lebensjahr zurückgelegt bis zum 4O.sten.“, heißt es im § 4. Nicht ersichtlich aus diesen Unterlagen, insbesondere der Statuten, die namentliche und zahlenmäßige Besetzung der Wehr, auch nicht die Namen der damaligen Feuerwehrhauptmänner. Nur wissen wir, daß ab dem Jahre 1897 Rudolf Weigand, Kaufmann, als Hauptmann Leiter der Pflichtfeuerwehr Wirtheim war. Die Angaben wurden von unseren Ehrenmitgliedern aus der damaligen Zeit mündlich überliefert. Auch wurde uns von diesen bestätigt, daß die Ausrüstung der Wehr für damalige Verhältnisse gut war, ebenfalls der Ausbildungsstand. Die Ausrüstung bestand aus den Uniformen, der Steigerausrüstung, der Saug- und Druckspritze mit dem Saugschlauch, den Schlauchausrüstungen, die zusammen mit den Verteilern und Strahlrohren – in der Regel 2 – 3 – auf einem fahrbaren zweirädrigem Schlauchkarren aufgebaut waren. 2 größere Steigleitern, Reißhaken, Wassereimer aus Leder, die in der Folgezeit ersetzt oder aber auch ergänzt wurden. Nach dem 1. Weltkrieg übernahm Wilhelm Groß als Brandmeister das Kommando in der Freiwilligen Feuerwehr. Die vorhandene Ausrüstung war – bedingt durch die Kriegsjahre – nicht gerade geeignet, die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr zu garantieren. Die Ausrüstung mußte durch Neuanschaffungen größtenteils ergänzt werden. Von dieser Zeit an nahm das Interesse der jungen Bürger von Wirtheim an der Feuerwehr von Jahr zu Jahr zu. Teilweise zählten fast 40 Aktive zur Einsatztruppe. Die Wehr gliederte sich wie folgt:

Das Kommando hatte der Brandmeister, ihm zur Seite stand sein Stellvertreter. Es gab 3 verschiedene Einsatztrupps:

– Spritzentrupp – Schlauchtrupp – Steigertrupp.

Der Spritzentrupp bediente die Saug- und Druckspritze. Er musste sie jeweils beim Einsatz einjustieren, damit sie in der Waage stand, und hatte die an der Seite der Pumpe angebrachten Saugschläuche mit dem Saugkorb ins Wasser zu lassen und zu montieren. Das Kommando kam vom Brandmeister, wurde übermittelt  durch den Hornisten mit dem Signal „Wasser Marsch“. Nach Beendigung des Einsatzes blies der Hornist „Wasser Halt“.

Der Schlauchtrupp bediente den Schlauchkarren, auf dem sämtliche Schläuche, die Verteiler und auch die Strahlrohre transportiert wurden, Kommando kam vom Brandmeister. Die Uniformen der beiden Trupps bestanden aus grau-grünen Jacken, Lederhelmen mit Messing-Kamm und Leinengürteln in den Farben rot-schwarz.

Der Steigertrupp war ausgerüstet mit 2 großen Leitern und den Einreißhaken, die auf dem Schlauchwagen transportiert wurden. An dem Steigergurt befanden sich Karabinerhaken mit Seilen, Hand- und Trennaxtgehörten ebenfalls zur Ausrüstung .  Die Uniformkittel waren blau und wasserdicht, der Helm aus Messing. Die Alarmierung zu den Einsätzen und auch zu den Übungen geschah durch den Hornisten .

Die Übungsstunden waren grundsätzlich an den Sonntagen angesetzt. Der Hornist kündigte bereits am Samstag die Übung an durch ein bestimmtes, allseits bekanntes Signal und fuhr mit dem Fahrrad durch das Dorf, um an bestimmten Stellen sein Signal ertönen zu lassen.

Bei Alarm war in der Art des Signals zu unterscheiden zwischen einem Brand in Wirtheim oder in einer Nachbargemeinde. Auch beim Einsatz blies der Hornist die bestimmten Signale, wie „Wasser Marsch“ oder „Wasser Halt“ auf Kommando des Brandmeisters bzw. Einsatzleiters. Die Wasserentnahme geschah entweder aus der Kinzig oder aus der Bieber.

Die Feuerwehr mußte fast jeden Herbst zur Bezirksübung nach Bad Orb. Hierzu wurden 2 Pferdegespanne mit Leiterwagen angeheuert. Die Feuerwehrleute saßen auf den Leiterwagen, die Spritze und der Schlauchwagen wurden angehängt. Unser damaliger Obersteiger und Ehrenmitglied Georg Krebs vollbrachte während einer solchen Übung eine großartige Leistung: Mit dem Einsatzleiter und Brandmeister, bzw. Bezirksbrandmeister Prasch in Bad Orb wurde eine Wette abgeschlossen. Während einer laufenden Übung mußte Georg Krebs einen als defekt gemeldeten C-Schlauch auswechseln. Diese Gelegenheit, ein Faßbier für seine Kameraden zu verdienen, ließ sich der „Schorsch“ nicht nehmen und wechselte den Schlauch unter großem Beifall der Feuerwehrleute und der Zuschauer prompt aus, und das Faßbier war verdient. Anschließend traf man sich beim „Kuhlche“ und labte sich an Freibier, Weck und Worscht.

Zu einer engagierten Truppe, wie diese Männer es waren, gehörte auch eine echte Kameradschaft und die war hier vorhanden. Der Ausbildungsstand und die Bereitschaft zum Einsatz in jeder Not und Gefahr war beispielhaft. So war es nicht verwunderlich, daß sich zusammen mit dem damaligen Brandmeister Josef Stetz 40 Kameraden im Jahr’1927 fanden und die Freiwillige Feuerwehr Wirtheim gründeten.

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr

Für die Männer der Wehr begann ab diesem Zeitpunkt eine ganz neue Phase, nicht nur im Sinne der Ausbildung und der Einstellung zu ihrem Dienst am Nächsten, sondern es kam das Gefühl der Freiwilligkeit ihres Dienstes am Nächsten, der in Not geraten ist, hinzu. Nach dem unseligen Jahr 1933 wurde von höherer Warte aus der Versuch unternommen, die Feuerwehr in die Wahnsinnspolitik der NS-Regierung zu intregieren . So langsam begann hier eine Phase der Stagnation, die sich dann durch die Einberufungen fortsetzte. Trotzdem, dank des damaligen Brandmeisters Josef Koch, war die Feuerwehr einsatzbereit. Es wurde behördlicherseits eine Einheitssatzung verfügt, die eingebunden war in einen Feuerwehr-Ausweis, aber ohne Passbild.

Der Aufbau der Wehr nach dem 2. Weltkrieg

Nach dem Ende des unheilvollen Krieges ergab sich für die Wehr in Wirtheim, aber auch in anderen Orten, eine katastrophale Situation. Viele Kameraden kamen aus dem Krieg nicht mehr zurück. Einsatzfähig war die Wehr sowohl personell als auch ausrüstungsmäßig nicht. Die noch vorhandenen Geräteteile mußten zusammengesucht und repariert werden. An Neuanschaffungen war in der ersten Phase des Aufbaus nicht zu denken, weil keine Produktionsstätten vorhanden waren.

Wahrscheinlich durch einen Aufruf der Militärregierung angeregt, lud der damalige Bürgermeister Wilhelm Groß junge und interessierte Männer zu einem Gespräch im Spätsommer des Jahres 1 945 ins Rathaus ein. Die Mitglieder aus der früheren Zeit der Feuerwehr waren durch die verfügte Entlassung ausgeladen worden. Wahrscheinlich weil die Feuerwehren eine Uniform trugen! Diese Stunde im Rathaus war der Neubeginn der Feuerwehr in Wirtheim. Die hier versammelten Männer wie Karl Appel (Schmied), Theo Hellenkamp jr., Josef Pfeifer, Hermann Pfeifer, Helmut Stetz, Ludwig Kunkel ll., Karl Appel (Krone), Otto Rüthel, Gregor Koch, Karl Löffler und Robert Günther wählten aus ihren Reihen Arthur Desch zum ersten Brandmeister nach dem Krieg. Über diese Versammlung ist keine Niederschrift vorhanden. Möglich daß eventuell einige Mitgründer vergessen wurden. Unter den gegebenen Verhältnissen war doch eine stetige Aufwärtsentwicklung innerhalb der Wehr zu beobachten. Die Ausrüstung wurde, gemessen an den Umständen; nach und nach angepaßt. Die Zahl der aktiven Mitgliederwuchs von Jahr zu Jahr.

. Schon im Jahre 1948, als man vor dem eine Zweitakt-Pumpe hatte, wurde das erste Fahrzeug für die Feuerwehr angeschafft. Es war ein amerikanischer Militärwagen (Dodge), den nun August Link und seine unermüdlichen Helfer mit ihrer Erfahrung instand setzten und zu einem einsatzfähigen Fahrzeug entwickelten. Ein Anhänger wurde organisiert und ebenfalls fahrbereit hergerichtet. Der „Dodge“ war geländegängig, diente als Transporter für Ausrüstung, auf dem Anhänger wurden Pumpe, Schläuche und weitere Ausrüstung verladen. Auf dem „Dodge“ wurden außerdem Bänke installiert um die Feuerwehrleute zu transportieren, mitunter gesellte sich auch ein Fäßchen Bier dazu.

Es war ja auch schon die Zeit genaht, da man in der Wirtheimer Wehr an das Feste feiern dachte. So brachte uns das Jahr 1952 das 25-jährige Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Wirtheim. Mit ungeheurem Eifer gingen die Männer unter ihrem Brandmeister Karl Appel (Schmied) und seinem Stellvertreter Gustav  Salmon an die Arbeit. Erfahrungen zum Feste feiern waren nicht vorhanden ,zumal es sich überwiegend um junge Männer handelte. Auf dem Gelände des Sportplatzes wurde ein großes Zelt aufgeschlagen, ein Vergnügungspark aufgebaut. Ein stattlicher Festzug bewegte sich am Sonntag durch die Straßen Wirtheims in Richtung Festzelt. An diesem Festzug beteiligten  sich alle Wirtheimer Vereine. Auch die gesamte Bevölkerung nahm regen Anteil, Landwirte stellten ihre Pferdegespanne zur Verfügung, einschließlich Kutscher. Die größte Attraktion des gesamten Festzuges war wohl das Auftreten von 40 charmanten, jungen Wirtheimer Schönheiten als Festdamen, die die Aufmerksamkeit der vielen männlichen Besucher auf sich lenkten.

Ein weiterer Fortschritt war für uns alle die Errichtung eines neuen Gerätehauses, auf dem früheren „Sauplatz“, welches in 1953 genehmigt und im Jahre 1955 abgeschlossen werden konnte. Die kirchliche Feier wurde im Anschluß an die Übergabe durch die Gemeinde vollzogen. Dementsprechend feierlich war auch der Umzug der Feuerwehr heraus aus der Enge im alten Rathaus. Nun hatte die Feuerwehr für ihre Ausrüstung eine den damaligen Verhältnissen gemessene gute Bleibe. Der Plan wurde von dem Wirtheimer Architekten Willi Günther entworfen. Gleichzeitig erhielten wir die neue Tragkraftspritze TS 8, welche die alte Zweitaktpumpe ablöste. Mittlerweile hatte auch der „alte“ Dodge seinen motorisierten Dienst getan, und wir erhielten im Jahre 1962 ein TSF (T) -VW Fahrzeug. Dieses Fahrzeug war eine enorme Bereicherung für uns und tat noch seinen Dienst bis zum Jahre 1976, als es dann wegen „Altersschwäche“ aus dem Verkehr gezogen wurde.

Einweihung des Gerätehauses 1956

von rechts nach links .

Ehrenbrandmeister Karl Appel , Ehrenbrandmeister Gustav Salmon , Theo Hellenkamp , Martin Eichhorn , Josef Eichhorn , Heinrich Röder , Ludwig Kunkel , Robert Reitz , Oskar Günther , Bernhard Pätzold , Alfred Appel , Anton Krebs , Benedikt Müller , Hubert Kunkel .

Inzwischen konnten wir im oberen Geschoß des Gerätehauses unser Feuerwehrheim beziehen, das in Eigenleistung erstellt und eingerichtet wurde. Für alle Kameraden war dieser Tag ein besonderes Ereignis, zumal sie zuvor ihre Unterrichtsstunden anderweitig abhalten mußten. Die Wirtheimer Feuerwehr in damaliger Phase war schon eine Truppe die sich sehen lassen konnte. Sie war bei dem damaligen Kreisbrandinspektor Hufer als „Rasselbande“ bekannt (aber nicht im negativen Sinne). Die Männer um den Brandmeister Karl Appel (Schmied) und einem Stellvertreter Gustav Salmon waren sowohl bei den notwendigen Einsätzen als auch bei den Übungen und Unterrichtsstunden immer zahlreich zur Stelle.

Das Jahr 1967 rückte heran und brachte für die Wehr einen neuen Aufschwung.

Es war die Gründung einer Jugendfeuerwehr, aber auch gleichzeitig verbunden mit einem Geburtstagsfest der alten Wehr, nämlich 40 Jahre Freiwillige Feuerwehr Wirtheim. Diese damals in die Jugendfeuerwehreingetretenen Jugendlichen legten den Grundstein für eine sich fortsetzende Jugendarbeit. Fast alle sind heute noch Mitglieder der Einsatzabteilung. Die Gründung dieser Jugendabteilung fiel in die Zeit als Benedikt Müller und Erwin Koch das Kommando in der Wehr hatten, mit maßgeblicher Unterstützung von Helmut Stetz und Ludwig Koch, Helmut Maiberger, dem ersten Jugendfeuerwehrwart.

Die Jugendfeuerwehr im Gründungsjahr 1967

von links n. rechts kniend: Rainer Heger , Bernhard Wagner , Reinhold Günther , Helmut Koch , Alfred Günther

stehend :

Erwin Koch , Brandmeister , Helmut Koch , Jugendfeuerwehrwart , Friedel Schäfer , Hans Appel , Hans Pfeifer , Franz Böhm , Karl Appel , 1. Vors. Förderverein

lm Januar 1971 wurde in Gingen a.d. Brenz bei der Fa. Ziegler ein neues Fahrzeug für die Wehr (LF 8) abgeholt. Gleichzeitig erhielten wir in diesem Jahr eine zweite Trag kraftspritze TS 8. Diese beiden Neuanschaffungen waren wiederum eine ausgezeichnete Bereicherung unserer Gesamtausrüstung. Vor allem  wurde durch das neue, für damalige Verhältnisse bestens ausgestattete Fahrzeug, die Feuerwehrleute  noch mehr motiviert . lnnerhalb dieser Zeit, also der 60er/70er Jahre, vollzog sich in dem Führungsgremium der Feuerwehr ein Generationswechsel. Unsere verdienstvollen Männer, wie Brandmeister Karl Appel (Schmied) und sein Stellvertreter Gustav Salmon, machten Jüngeren Platz. Diese Kameraden, die ab diesem Zeitpunkt das Kommando in der Wehr übernahmen, hatten sich schon seit vielen Jahren die ersten Spohren in der Feuerwehr verdient und etliche Lehrgänge in dieser Zeit absolviert. Benedikt Müller   Benedikt Müller und Erwin Koch übernahmen das Kommando in der Wehr, unsere jüngere Generation, schon zeitweilig aus dem Jugendbereich entwachsen, trat in den Dienst der Einsatzabteilung. Am 12.6.1970 schlossen sich die Gemeinden Wirtheim und Kassel zu einer Gemeinde, Biebergemünd, zusammen. lm Jahre 1974 kam noch der gesamte Biebergrund hinzu. Für die einzelnen Feuerwehren der früheren selbständigen Orte ergaben sich zwar keine personellen Veränderungen, wohl aber in der Gesamtorganisation. Für die Großgemeinde Biebergemünd übernahm ein Ortsbrandmeister die Führung für alle Wehren, ein Stellvertreter wurde gewählt, die früheren Brandmeister der Ortsteile übernahmen die Bezeichnung Wehrführer. Das Jahr 1977 begann für uns mit großen Vorbereitungen zum 50. Jubiläumsfest, verbunden mit dem 1O-jährigen Bestehen der Jugendwehr. lnnerhalb des Vorstandes einigte man sich und vollzog die Festlichkeiten in einem kleineren Rahmen. Der Kommers fand in der Schulturnhalle statt und die anderen Festlichkeiten im Wirtheimer Schützenhaus. Ein weiteres, zusäzliches Fahrzeug wurde uns von der Gemeinde zugeteilt, ein Ford Transit, MTW – Mannschaftstransportwagen. Hierzu gab die Feuerwehr aus ihrem Kassenbestand zunächst einen Zuschuß von DM 1000,-, der aber später durch die Gemeinde wieder zurückgezahlt wurde.

ln diesen 70er Jahren nahm der Straßenverkehr immer mehr zu. Unsere Wehr, wie auch andere in der gleichen Situation, mußten sich dem Verkehr entsprechend einstellen, denn damit verbunden war die sich mehrende Zahl von Unfällen auf den einzelnen Straßen. ln der gesamten Ausbildung der Wehr war eine Umstrukturierung erforderlich, um sich den mehrenden technischen Entwicklungen anzupassen. Dementsprechend mußte auch die Ausrüstung den Erfordernissen angepasst  werden . ln der Zwischenzeit trat in der Wehr ein Verjüngungsprozess ein. Aus der Jugendfeuerwehr wurde der Übergang in die aktive Wehr zahlenmäßig immer größer, führende Stellen, wie Wehrführer, konnten aus der jüngeren Generation besetzt werden. Ab dem Jahre 1981 übernahm Ludwig Koch die Wehr, Stellvertreter wurde Friedel Schäfer. Zwischenzeitlich trat auch in der Vorstandsbesetzung eine Stabilisierung ein. Auch wenn hier und da, (bedingt durch den Verjüngungsprozess) Meinungsunterschiede eintraten, wurden diese in offenen Gesprächen erörtert und beigelegt. Das im Jahre 1971 beschaffte LF 8 wurde zwischen den Jahren 83/84 in Eigenleistung durch erfahrene Männer aus der Wehr umgerüstet und auf einen neueren technischen Stand gebracht. Es war die Zeit angebrochen, in der auch andere zusätzliche Geräte durch die Wehr angeschafft wurden, die infolge der fortschreitenden Entwicklung als notwendig erachtet wurden.

In diesen Jahren ist es immer eine Höhepunkt die gegenseitigen Besuche mit den Feuerwehrkameraden aus Inzing in Tirol . Unvergessen bei den Kameraden der damaligen Jugendfeuerwehr die Fahrt nach Inzing , vom 12.07. bis 20.07.1980 . Untergebracht waren Sie auf einer Hütte in den Bergen . Im Jahre 2001 besuchten wir mit Mitgliedern der Einsatzabteilung , die Kameraden der Feuerwehr Gries im Sellrain / Tirol , und beteiligten sich an einem Nassleistungsbewerb als Gastmannschaft .. Diese Freundschaft mit den Kameraden aus Gries , besteht noch heute , auch nach der Zusammenlegung mit der Freiw. Feuerwehr Kassel ,  zahlreiche gegenseitige Besuche wurden durchgeführt , und werden sicher weiter gehen .

Besuch bei unseren Freunden in Gries

von links n. rechts vordere Reihe : Wehrführer Ludwig Koch , Michael Blaha , Jürgen Reitz , Erich Lotz , Udo Müller.

von links n. rechts hintere Reihe : Christof Fink , Thomas Rüthel , Helmut Seitz , Hans Pfeifer , Winfried

In sehr unangenehmer Erinnerung ist den Kameraden das Jahr 1983 mit dem Einsatz beim Brand der Kirche in Bad Orb , sowie das Jahr 1984 beim Turnhallenbrand in Bad Orb .

Im Jahre 1984 konnte der dringend benötigte Anbau an das Feuerwehrhaus abgeschlossen werden , und die Einweihungsfeier durchgeführt werden . Im Jahre 1992 wurde  die sogenannte „Stille Alarmierung „ eingeführt , bei dem die Einsatzkräfte mit einem Meldeempfänger alarmiert werden .

Ein weiterer Meilenstein ist die Anschaffung eines Löschgruppenfahrzeuges welche 500 Liter mitführt , und über technische Geräte zur Rettung von eingeklemmten Personen nach Verkehrunfällen .

Im Jahre 2002 konnten wir das Gründungsfest 75 Jahre Freiw. Feuerwehr Wirtheim und 25 Jahre Jugendfeuerwehr feiern .

Im Jahre 2003 wurde in einem ersten Gespräch zwischen den beiden Wehrführern aus Wirtheim Christof Fink  und Kassel Armin Schmitt über die Möglichkeit einer Zusammenlegung der Einsatzabteilungen geführt . Dies führte im Jahr 2004 zu ersten gemeinsamen Versammlungen.

2007 stimmten dann beide Einsatzabteilungen mit Mehrheit für das Anstreben eines Zusammenschlusses beider Wehren. Dem folgt zunächst ein Auf -und Ab zu dem Vorhaben, viele Übungen und Ausbildungsveranstaltungen wurden zusammen durchgeführt. Einsätze wurden sowieso meist gemeinsam bewältigt .

2008  wurde dann das Ziel der Zusammenlegung noch einmal von den Einsatzabteilungen bestätigt –der Beschluss wurde von der Gemeindeverwaltung und der Gemeindevertretung aufgegriffen und unterstützt – auch mit dem Ziel, unter ein gemeinsames Dach zu kommen.

Die Planungen zu dem Feuerwehrhaus im jetzigen Zustand liefen dann im Jahr 2013 an. Eine Vielzahl von konstruktiven, aber nicht immer streitfreien Sitzung für die Planung wurde durchgeführt. Mussten doch die unterschiedlichen funktionsbezogen Ziele von Wehren, Vereinen und Gemeinde unter einen Hut gebracht werden – und dies zu einem vertretbaren Kostenrahmen.

Unser modernes Feuerwehrhaus

Seit 2016 haben wir ein gut ausgestattetes und funktionelles Feuerwehrhaus das den Brandschutz im Biebergemünder Norden gewährleistet, gerade auch mit den wachsenden Gefährdungspotenzialen im Industriegebiet.